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Diese Arten von Charakterentwicklung gibt es

Aktualisiert: 28. Nov. 2022

Brauche ich eine Charakterentwicklung? Muss die Hauptfigur immer eine innere Wandlung durchmachen? Wer nach der Heldenreise plottet, sagt jetzt: Ja Mann, genau darum geht’s doch! Aber das stimmt nicht ganz. Diese Charakter-Entwicklungen gibt es.

In der Literatur gibt es gute Beispiele für lineare Figuren, die am Ende der Geschichte noch exakt dieselben sind wie zu Beginn. Ihr wollt Beispiele? Ich gestehe, dass mir vor allem Filmfiguren einfallen. Ich denke da zum Beispiel an John McClane aus „Stirb langsam“. Im Netz findet sich als Beispiel für eine gleichbleibende Figur häufig Indiana Jones in „Jäger des verlorenen Schatzes“. Jamie und Claire aus Diana Gabaldons „Outlander“ sind auch Figuren, die von äußeren Widerständen davon abgehalten werden, ihre Ziele zu erreichen. Als Charaktere reifen lediglich die Eigenschaften, die sie von Seite 1 an haben. Das prägnanteste Beispiel für eine Figur ohne innere Wandlung, in der genau dieser Aspekt die Geschichte perfektioniert, ist für mich Forrest Gump.


Wären die anderen erwähnten Geschichten noch besser, noch tiefer, die Charaktere noch faszinierender, wenn es zumindest eine kleine Entwicklung gegeben hätte? Darüber kann man sich sicherlich streiten. Wie sehr uns die Entwicklung eines Charakters berühren und an ihn binden kann, sehen wir beispielsweise bei Harry Potter, der vom Pflegekind zum mächtigen Zauberer heranwächst. Harrys Wandel entsteht langsam und ist von vielen Selbstzweifeln begleitet, wie wir sie alle kennen. Wäre er als Phönix aus der Asche gestiegen, hätten wir ganz sicher nicht so intensiv mit ihm mitgefühlt.

Charakter-Entwicklung in der Serie "The Walkind Dead"


Die besten Charakterentwicklungen entdecke ich immer noch in der Serie „Walking Dead“. Ja, ich weiß, Untote und das Ende der Welt sind nicht jedermanns Sache. Meine eigentlich auch nicht, aber ich kenne keine Serie, in der sich die Figuren so nachvollziehbar und gleichzeitig spannend entwickeln. Da werden über Staffeln hinweg Typen zu Anführern, die man in ihrer ersten Folge noch für absolute Nullnummern hielt. Spannend daran: Die innere Motivation (also das „Need“, die äußere Motivation) ist bei den meisten Figuren gleich. Sie wollen überleben. Aber wie sie auf dieses Ziel zusteuern, mit welcher Verfassung und was sie bereit sind dafür zu tun, ist komplett unterschiedlich.


In der Serie gibt es auch reichlich Beispiele für negative Charakterentwicklungen. Also Figuren, die sich am Ende für die Lüge, die Dunkelheit, die Desillusionierung, die Apathie oder schlicht das Böse entscheiden, obwohl sie die Chance hatten, über sich hinauszuwachsen. Kann das aber auch für eine Hauptfigur funktionieren, ohne dass die LeserInnen frustriert das Buch in die Ecke werfen? Darum geht’s in einem anderen Beitrag an dieser Stelle.


Mehr zum Thema liest du in meinem Beitrag: Lebendige Figuren schreiben

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