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Recherche: Darknet-Wissen ganz legal

Aktualisiert: 28. Nov. 2022

Dies ist ein Beitrag aus meiner Reihe "Recherche für AutorInnen" und verrät, wie man ganz legal

an Spezial-Wissen kommt und in die Vergangenheit reist. Sie schreiben kein Buch, möchten das aber auch wissen? Los geht's.


AutorInnen haben’s gut: Im Gegensatz zu JournalistInnen können Sie sich die Welt einfach so machen, wie es ihnen gefällt. Ihr wollt einen super gefragten Mafia-Profikiller porträtieren, habt aber keine Lust, euch mit Waffen zu beschäftigen? Dann ist er halt der Armbrust-Killer. Obwohl… so richtig genau schießt eine Armbrust nur auf 80 Metern, der weiteste bestätigte Treffer eines Scharfschützengewehrs liegt bei 3,5 Kilometern… hm.

Manchmal muss man eben doch ans Eingemachte, um herauszufinden, ob sich die Geschichte so zugetragen haben kann. Aber wie kommt man an Insider-Wissen aus der Organisierten Kriminalität? Und was kostet denn nun ein Profikiller in… sagen wir mal, Italien?


Recherche Tipp 1: So kommt ihr an Darknet-Wissen

Die Seite Havoscope bietet unter https://havocscope.com ganz legal Informationen, die man sonst vermutlich eher im Darknet findet. Alle Daten, die dort gesammelt sind, stammen von Regierungen, aus der Presse oder aus Studien. Nahezu alle Bereiche der Organisierten Kriminalität werden abdeckt. Dort könnt ihr nachlesen, was falsche Doktortitel, exotische Tiere und Bestechung in der gesamten Welt kosten Die Navigation auf der Seite ist umständlich, aber immerhin ist eine Ländersuche möglich. Betreiber der Seite ist ein Analyse-Unternehmen mit Sitz in Hawaii. So ganz klar wird nicht, was das für ein Unternehmen ist. Immerhin wird zu jeder Information eine überprüfbare Quelle angegeben, so dass man selbst tiefer in die Recherche einsteigen kann.


Recherche Tipp 2: Infos über Kriminalfälle und paranormale Sichtungen

Wenn ihr über kriminelle Machenschaften schreibt, orientiert ihr euch möglicherweise an Fällen, die es wirklich gegeben hat. True Crime ist in Podcasts und Special-Interest-Magazinen schon seit Jahren ganz weit vorn. Ein Spitzenprodukt in dem Bereich ist sicherlich Zeit Verbrechen.

Weniger seriös aber nicht uninteressant ist die Seite https://www.allmystery.de .

Dort diskutieren Leute wie Du und ich Kriminalfälle aus der Presse (und angebliche paranormale Sichtungen) und schmeißen ihre wildesten Theorien und Erklärversuche in den Raum. Das ist nicht immer leicht zu ertragen, aber manchmal ganz hilfreich, weil häufig Artikel verlinkt werden, die dazu im In- und Ausland erschienen sind.


Übrigens: Die Lokalpresse weiß immer am meisten über Kriminalfälle in ihrem Ort, weil sie am nächsten an Polizei und Anwohnern dran ist. Es lohnt sich, auch bei ausländischen Fällen, die Lokalzeitung ausfindig zu machen, und deren Artikel durch den Google Übersetzer zu jagen. Ganz sicher stellt ihr fest, dass Sachverhalte differenzierter und detaillierter dargestellt werden.


Recherche Tipp 3: So reist ihr in die Vergangenheit

Ihr wisst genau, dass es mal eine hilfreiche Info auf einer Webseite gab, aber sie ist verschwunden? Es gibt einen Online-Dienst, mit dessen Hilfe ihr frühere Versionen von Webseiten aufrufen könnt. Die waybackmachine aus den USA wird auch als das größte Online-Archiv der Welt bezeichnet. Es enthält Momentaufnahmen von mehr als 300 Milliarden Webseiten.

Unter der Adresse http://web.archive.org können alte Versionen von Webseiten aufgerufen werden. Man kann sich durchklicken und sieht die Seite so, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit aussah.

Noch ein Tipp, falls ihr reale Fälle als Vorlage verwendet: Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, einen fiktiven Fall daraus zu machen. Zum einen erweckt ihr dann nicht den falschen Eindruck, Insider-Wissen zu haben und greift nicht in laufende Ermittlungen ein. Zum anderen schützt ihr die Menschen, die unter dem Verbrechen möglicherweise bis heute leiden.

War noch was? Ach ja, der Profikiller in Italien. Laut Havoscope kostet ein Auftragsmord zwischen 22.000 und 27.000 Dollar. In Mexico ist ein Menschenleben mitunter nur 35 Dollar wert.


Mehr Recherche Tipps gefällig?

Dann lest auch die anderen Beiträge der Reihe, beginnend hier.

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