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  • AutorenbildVera Zischke

10 Tipps gegen die Schreibblockade

Blockaden entstehen oft durch Verkrampfung. Wie du dich locker machst und mit zehn einfachen Tricks wieder Spaß am Schreiben bekommst, erfährst du hier.


Kennst du das? Eben noch hast du ein Kapitel nach dem anderen rausgehauen und jetzt hakt es, du kommst nicht mehr richtig rein, alles wirkt fade und abgegriffen.


Schreiben macht Spaß … bis es keinen Spaß mehr macht. Auch das gehört dazu. Die Wellenbewegungen des kreativen Prozesses. Aber wie wär’s, wenn du einfach mal was Neues ausprobierst?


Wie mach Schreiben wieder richtig Spaß? Hier kommen zehn Tipp zum Ausprobieren, die deinen Schreibprozess hoffentlich bereichern. Bereit? „Spaß am Schreiben - der Countdown läuft“.


Alle Folgen findest du auch unter #spassamschreiben auf meinem Instagram-Account @schreiberlogik


PS: Diese Tricks und Hacks habe ich kreuz und quer gesammelt und für mich angepasst. Zuordnen kann ich sie leider nicht mehr alle, aber Eltern dieser Gedanken dürften unter anderem Donald Maass, Lisa Crohn und Stephen King sein.



  1. Lass das erste Gefühl weg Dir kommt dein Stoff unoriginell vor und deine Figuren sind irgendwie öde? Da gibt es einen guten Trick von Donald Maass: Verwerfe das erste Gefühl, das dir zu einer Situation einfällt. Es ist das Offensichtlichste und würde auch deinen Lesern als Erstes einfallen. Wie fühlt sich jemand, der beim ersten Date versetzt wurde? Ist da wirklich sofort Wut oder Traurigkeit? Wie wäre es mit Scham oder Demütigung? Jetzt du: Welches Buch hat dich zuletzt so richtig mitfühlen lassen? Ich brauche Lesefutter - bitte schreib’s mir in die Kommentare.

  2. Hör mal, wer da spricht Es fällt dir schwer, deinen Figuren eine eigene Stimme zu geben? Kenne ich. Wie wäre es mit diesem Spiel: Kopiere einen deiner Dialoge raus und entferne alle Inquit-Formeln. Merkt man auch so, wer spricht? Wenn nicht, spiel mit Redewendungen herum. Bei dir sagt jede zweite Figur „huch“ oder „hoppala“? Unwahrscheinlich. Da sprechen wohl eher deine sprachlichen Eigenheiten aus all deinen Figuren. Jetzt du: Welche Buchfigur ist dir wegen ihrer Sprache in Erinnerung geblieben? Komm, wir sammeln in den Kommentaren!

  3. Sorge dafür, dass jeder Recht hat Wenn der Dialog nicht ins Rollen kommt, liegt es meistens daran, dass mindestens eine Figur keine Agenda hat. Du weißt gar nicht richtig, welche Meinung sie vertritt. Hauptsache, sie bringt irgendwie die Hauptfigur dazu, ihre Meinung zu bilden/zu ändern/zu äußern. Gib jeder Figur eine Haltung oder zumindest eine Perspektive, aus der sie argumentiert.

  4. Gib deinem Setting Charakter Verleih deinem Setting Bedeutung. Beschreibe nicht einfach nur, wie die Wohnung deiner Figur eingerichtet ist. Setze Ding ein die Szenerie, die die charakterisieren. Warum stehen die alten Holzstühle um den Hochglanz-Küchentisch. Sind sie ein Erbstück von Oma oder vom Sperrmüll? Gib den Dingen Bedeutung, richte dich in deiner kleinen Welt ein, dann fühlt sich Schreiben an wie Nachhausekommen. Jetzt du: Was war das schönste Setting in einem deiner Bücher? Schreib’s mir in die Kommentare.

  5. Spiel mit Dominosteinen Als Autorin brauche ich das Gefühl, voranzukommen. Und damit meine ich nicht nur den Wordcount. Jede Szene muss etwas Neues anschieben, woraus sich die nächste Szene zwingend ergibt. Entweder hat die Figur dazugelernt, die Lesenden haben wichtige Backstory-Puzzlesteine bekommen oder es ist ein Problem aufgetaucht, um das wir uns im weiteren Verlauf kümmern.

  6. Irgendwas ist komisch Wenn du Nebenfiguren einführst, von denen du noch kein klares Bild hast: Lass sie etwas Ungewöhnliches tun, gib ihnen einen Tick oder eine Eigenart. Lass sie irgendetwas anders machen als die meisten anderen. Ein kleines Detail reicht. Gib ihnen etwas, was sie in deinem Kopf lebendig macht, damit sie nicht bloß Stichwortgeber sind, sondern das Salz in deiner Plotsuppe. Jetzt du: Welche Nebenfigur in Buch oder Film ist deine heimliche Hauptfigur? Schreib’s in die Kommentare.

  7. Lass es regnen Wenn eine Szene einfach nicht funktionieren will, ändere das Grundrauschen: Lass es regnen, lass Musik dröhnen oder mache das Zugabteil übervoll. Wenn du ein zusätzliches Element einbringst, kann das das Kino in deinem Kopf anschmeißen.  Bei mehreren Erzählern: Erzähl die Szene aus der anderen Perspektive!

  8. Erhöhe den Einsatz Dir ist langweilig? Du schreibst den ausgedachten Plot runter wie eine Routineübung und weißt selbst nicht mehr, warum dich die Geschichte anfangs so fasziniert hat? Dann geht es um zu wenig. Erhöhe den Einsatz. Lass deine Figur etwas verlieren, gib ihr Verpflichtungen, ein Dilemma, setze etwas aufs Spiel oder nimm ihr etwas weg (z.B. finanzielle Möglichkeiten). Mach es schwerer und schreib dir deinen Weg da raus.

  9. Verbinde große Gefühle mit kleinen Dingen Wenn eine Figur trauert, ist es manchmal ermüdend, immer wieder auf den Verlust zurückzukommen und neue Worte dafür zu finden. Setze ein Token. Gib deiner Figur einen Gegenstand in die Hand oder einen Ort, den sie ganz besonders mit der verstorbenen Person verbindet. Wenn es gut eingeführt ist, kannst du damit spielen und dein Kernthema immer wieder neu und überraschend in Szene setzen.

  10. Lass immer eine Frage offen Neun Wochen lang haben wir uns der Frage gestellt: Wie macht Schreiben wieder Spaß, wenn es mal nicht so läuft? Was kann jetzt noch kommen, fragt ihr euch? Auf Platz 1 wird’s simpel, sehr simpel. Denn was macht ein gewöhnliches Buch zu einem Pageturner? Was treibt selbst euch als Schreibende durch die Seiten? Richtig: Wenn immer etwas unklar ist. Ja, ich weiß, wir schreiben nicht alle Krimi oder Thriller. Aber in jeder guten Geschichte gibt es Konflikt und Rätsel. In jeder! Also, lass Fragen unbeantwortet. Lass deine Figuren niemals wirklich ein Gespräch so lange führen, dass alle Fragen geklärt sind. Nimm immer noch einen offenen Punkt mit in die nächste Szene. Beziehungsstatus it’s complicated? Yes, das ist das, was wir wollen -  zumindest, wenn wir schreiben.


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